Wechsel von der PKV in die GKV: Gesetzliche Vorgaben sind schuld!

Geschrieben von Jessica Schnell am 23. Januar 2012

Unlängst titulierten einige gesetzliche Krankenversicherungen (GKV) damit, dass mehr Patienten aus der privaten Krankenversicherung (PKV) zurück in die GKV kommen, als das sie aus der GKV in die PKV wechseln. Dieser Bericht wurde von den privaten Krankenversicherungen, allen voran der Verband der privaten Krankenversicherung sofort dementiert. Sie unterstellen den GKV rein werbewirksame Aussagen, um mehr Kunden anzulocken.

Wer sich jedoch die Zahlen einmal genauer ansieht, wird feststellen, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen mit ihren Aussagen gar nicht so falsch liegen. Problematisch ist vielmehr der Umstand, dass die privaten Krankenversicherungen in den zurückliegenden Jahren grundsätzlich ein Plus verbuchen und vor allen Dingen auch vermelden konnten. Das hat sich in den vergangenen Jahren aber auch aufgrund von gesetzlichen Grundlagen geändert. Im Schnitt sind es etwa 150.000 Versicherte, die pro Jahr von der PKV zurück in die GKV wechseln. Einen Grund dafür sehen die PKV in der Beitragsbemessungsgrenze. Sie liegt im aktuellen Jahr bei 50.850 Euro. Wer weniger verdient, muss sich gesetzlich krankenversichern lassen. Das gilt auch dann, wenn ein privat versicherter Patient arbeitslos wird oder wenn ein Selbstständiger aus der PKV plötzlich eine Arbeitsstelle annimmt.

Die PKV fügt noch hinzu, dass es auch viele junge Erwachsene sind, die zum ersten Mal eine Arbeitsstelle antreten. Sie wechseln dann aus der elterlichen PKV in eine eigene GKV.

Bei all diesen Meldungen darf man eines nicht vergessen: Am Ende sind es doch mehr Patienten, die von der GKV in die PKV wechseln. Denn die Vorteile werden nicht zuletzt auch von den Medien propagiert.


Kategorie / Thema: Allgemein, News, PKV, Private Krankenversicherung
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