Und jährlich grüßt die Beitragserhöhung

Geschrieben von am 6. November 2012

Auch in diesen Tagen erhalten unzählige privat Versicherte wieder Schreiben ihres Anbieters. Dass darin meist nichts Positives steht, ist den Versicherten bereits seit einiger Zeit bekannt. Dieses Jahr könnte es jedoch noch schlimmer kommen, befürchten Experten. Alljährlich werden die Verbraucher informiert, in welchem Maße ihre Beiträge zur privaten Krankenversicherung ansteigen. Da die PKV nämlich verpflichtet ist, die versprochenen Leistungen zu garantieren, muss sie auf steigende Kosten der Leistungen mit höheren Beiträgen reagieren. Zwar soll die Preiserhöhung moderat ausfallen und im Durchschnitt bei vier Prozent liegen, allerdings gibt es auch Ausnahmefälle, in denen 12, 14 oder gar 19 Prozent mehr möglich sind.

Geschlossene Tarife und Unisex-Tarife

Was tun bei Preissteigerungen? Diese Frage beschäftigt Verbraucherzentralen seit Jahr und Tag. Grundsätzlich ist es möglich, dass in einen günstigeren Tarif beim selben Versicherer gewechselt werden kann, der vergleichbare Leistungen mit sich bringt. Doch gerade hier könnte es schwierig werden, denn günstige Tarife werden zum Jahresende oftmals geschlossen, sind also nicht mehr für Neukunden erreichbar.

Das geschieht deshalb, weil ab Ende 2012 alle Tarife als Unisex-Tarife angeboten werden müssen, so dass Männer und Frauen den gleichen Beitrag zahlen. Dass dabei keine allgemeine Beitragssenkung zu Gunsten der Frauen, sondern eher eine Erhöhung zu Lasten der Männer geplant ist, versteht sich fast von selbst. Einen günstigeren Tarif zu finden, wird somit kaum möglich sein. Auch für diejenigen, die im geschlossenen Tarif feststecken, ist Obacht geboten: Denn die Mitglieder werden zunehmend älter, Behandlungskosten steigen und damit können genauso die Beiträge explodieren.

Absenkung des Rechnungszinses

Ein weiteres Problem ist der Rechnungszins, der im kommenden Jahr von 3,5 auf 2,75 Prozent abgesenkt werden soll. Damit sinkt der Zins für die Altersrückstellungen, um diese in aktueller Höhe aufrecht zu erhalten, müssen die Beiträge ansteigen. Es gibt zwar Versicherer, die auf eine Absenkung des Rechnungszinses verzichten wollen, um neue Kunden mit niedrigen Beiträgen zu locken, allerdings steigen die Beiträge, wenn der höhere Zins nicht erwirtschaftet werden kann.

Kategorie / Thema: Allgemein, News, PKV, Private Krankenversicherung
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